Ein Highlight auf nationaler Ebene ist für die besten Nachwuchsspieler unseres Verbandes jedes Jahr der Deutschlandpokal in den Altersklassen U13 und U15.
In diesem Jahr machten sich allerdings nur drei Teams auf die weite Reise nach Hofheim (U15) und Saarbrücken (U13). Eine Mädchen-13-Mannschaft wurde aus sportlichen Gründen nicht nominiert. Im Jahrgang 2013 fehlen aktuell leistungsstarke Spielerinnen, und auch die jüngeren Jahrgänge (2014 und jünger) konnten beim Team Talent Cup im Januar mit Platz 10 von 11 nicht überzeugen.
Daher wurde entschieden, dass die stärkste Spielerin des Jahrgangs 2014, Mira Petereit, die Mädchen-15-Mannschaft unterstützt. Gemeinsam mit Mascha Przygoda und Sophie Schaale sollte eine Top-10-Platzierung angepeilt werden, wobei unser Team an Position 11 gesetzt war.
Dieses Ziel war bei zwölf teilnehmenden Teams realistisch, jedoch keineswegs ein Selbstläufer. Schließlich hatten lediglich die fünf schwächsten der 17 Verbände auf eine Teilnahme verzichtet, sodass ausschließlich starke Konkurrenz vertreten war. In der Vorrunde (B-Pool) gab es zwei 1:4-Niederlagen gegen Hamburg und Schleswig-Holstein sowie einen 4:0-Sieg gegen Sachsen.
Anschließend ging es in der entscheidenden Zwischenrunde um den Einzug ins Viertelfinale und damit um eine sichere Top-8-Platzierung. Unsere Mädels starteten gegen die klar favorisierten Niedersächsinnen stark: Mascha besiegte die gegnerische Nummer zwei, Mira die Nummer drei, was jeweils enorm starke Leistungen waren. Im wichtigen Doppel bewiesen beide Nervenstärke und gewannen im fünften Satz mit 3:2. Damit fehlte nur noch ein Punkt zum Sieg. Leider gingen die drei folgenden Einzel jeweils mit 0:3 verloren, sodass die Sensation ausblieb.
Somit standen zwei abschließende Platzierungsspiele um die Ränge 9 bis 12 an. Besonders wichtig war dabei das erste Spiel, um die Plätze 9 und 10 zu erreichen. Gegen die bekannten Gegnerinnen aus Schleswig-Holstein lag man nach den ersten drei Einzeln mit 1:2 zurück, da nur Mascha punkten konnte. Auch das Doppel ging verloren, sodass ein 1:3-Rückstand aufgeholt werden musste. Mascha verkürzte noch auf 2:3, ehe Sophie eine mögliche Sensation knapp mit 2:3 verpasste. Am Ende stand eine 2:4-Niederlage gegen die Norddeutschen.
Im letzten Spiel traf man erneut auf Sachsen, gegen die bereits in der Vorrunde gewonnen worden war. Diesmal siegte unser Team mit 4:1 und belegte am Ende Platz 11 – ein Ergebnis, das angesichts der meist starken Leistungen durchaus etwas unglücklich ist.
Ähnlich wie die Mädchen hatten auch unsere Jungen das Ziel, eine Top-10-Platzierung zu erreichen. Das Team bestand aus Tim Witte, Max Frankenstein, Issam Al-Baghdadi und Maximilian Stock. Dieses Ziel war ambitioniert, aber keineswegs unrealistisch. Entsprechend wollte man bereits in der Gruppenphase überzeugen, um mit einem guten Gefühl in die Zwischenrunde zu starten.
Doch schon das Auftaktspiel gegen den vermeintlich leichtesten Gegner aus der Pfalz entwickelte sich zu einer großen Herausforderung. Am Ende unterlag das Team unglücklich mit 3:4 – alle vier Niederlagen erfolgten im fünften Satz, oft nach einer hohen Führung. Dennoch gehört auch das zum Tischtennis. Die Jungs zeigten Moral, schüttelten die Niederlage schnell ab und gewannen anschließend mit 4:2 gegen das Saarland sowie mit 4:3 gegen Sachsen-Anhalt.
Als Gruppenzweiter ging es in die Zwischenrunde gegen Thüringen, ein starkes Team mit zwei ehemaligen Brandenburgern: Artur Rietz als Spieler und Toby Kölling als Coach. Leider konnte unser Team dem Gegner nicht wie erhofft Paroli bieten und verlor deutlich mit 0:4.
Zum Abschluss des Tages stand das erste Platzierungsspiel gegen Sachsen an. Zunächst sah alles nach einem sicheren Sieg aus, doch es wurde noch einmal spannend. Am Ende setzte sich unser Team mit 4:2 durch und sicherte sich damit die Spiele um die Plätze 9 bis 12 am Sonntag.
Nach rund zwölf Stunden in der Halle ging es um 20 Uhr gemeinsam zum Asiaten, wo sich alle am All-you-can-eat-Buffet stärken konnten. Nach einer erholsamen Nacht sollte am Sonntag das Auftaktspiel gegen Schleswig-Holstein unbedingt gewonnen werden, um anschließend, um die Plätze 9 und 10 zu spielen.
Doch dieses dramatische Spiel ging mit 2:4 verloren. Besonders bitter waren das Doppel, das nach 2:0-Führung noch 2:3 verlor, sowie die Niederlage von Max im vorletzten Einzel. Nach einem 0:2-Rückstand kämpfte er sich stark zurück und führte im fünften Satz bereits mit 8:4, musste sich am Ende jedoch geschlagen geben. Tim stand parallel bereits bereit und lag in seinem Spiel vorne.
Auch hier war die angestrebte Top-10-Platzierung greifbar nah, doch das nötige Quäntchen Glück fehlte. Im abschließenden Spiel gegen Rheinland/Rheinhessen wurde nochmals kräftig rotiert, da die Platzierung (11 oder 12) sportlich von geringerer Bedeutung war.
Die Jungs nutzten die Gelegenheit, gegen starke Gegner zu spielen, und konnten dabei einige Überraschungssiege verbuchen. Besonders spannend wurde es im letzten Einzel von Issam beim Stand von 3:3. Alle anderen Spiele waren bereits beendet, sodass die gesamte Halle auf dieses Match blickte. Trotz einer starken Leistung musste er sich im fünften Satz geschlagen geben.
Auch wenn Platz 12 nicht dem ursprünglichen Ziel entspricht, kann das Trainerteam insgesamt auf ein größtenteils gelungenes Wochenende zurückblicken. Besonders Issam überragte mit zahlreichen starken Ergebnissen. Tim präsentierte sich als meist verlässlicher Spitzenspieler, während auch Max wichtige Punkte beisteuerte, jedoch aufgrund einer nicht vollständig auskurierten Erkältung nicht sein volles Leistungsniveau erreichen konnte.
Alle Spieler konnten wertvolle Erfahrungen sammeln – unter anderem die Erkenntnis, dass in der deutschen Spitze ein deutlich moderneres Tischtennis gespielt wird. Mit diesen Eindrücken wird das Training in der kommenden Woche sicherlich mit viel Motivation aufgenommen.
Viel Lehrgeld musste leider unsere Jungen-15-Mannschaft zahlen. Nach den Ausfällen von Charlie Petzold (Handgelenksbruch) und Karl Wegner (Krankheit) reisten Benno Pigur, Hannes Kern und der nachnominierte Pascal Rauer nur zu dritt an.
In der Gruppenphase setzte es deutliche Niederlagen gegen Rheinland/Rheinhessen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Im ersten Platzierungsspiel ging es darum, ob anschließend um die Plätze 9 bis 12 oder 13 bis 15 gespielt wird. Trotz großem Kampf verlor das Team dieses wichtige Spiel gegen das Saarland knapp mit 3:4.
Im darauffolgenden Spiel gegen Rheinland/Rheinhessen war die Luft dann offenbar raus. Mit 0:4 ging auch dieses Match verloren, sodass am Ende Platz 15 feststand. Ein weiteres Spiel gab es nicht mehr.
Auch wenn kein Mannschaftssieg erzielt werden konnte, sammelten die Spieler wichtige Erfahrungen. Mit einer vollständigen Mannschaft wäre sicherlich eine bessere Platzierung möglich gewesen.
Mit den Plätzen 11, 12 und 15 verlief der diesjährige Deutschlandpokal insgesamt nicht wie erhofft. Nach vielen erfolgreichen Jahren gab es erstmals keine Top-10-Platzierung. Die Gründe hierfür sind vielfältig: gesundheitliche Ausfälle (Jungen 15), das Karriereende früherer Spitzenspielerinnen (Mädchen 15) sowie ein Verbandswechsel eines Leistungsträgers (Jungen 13).
Dennoch gilt es nun, den Blick nach vorne zu richten und Wege zu finden, in den kommenden Jahren wieder Top-10-Platzierungen, (die für das Sammeln von LRL-Punkten die für den Vergleich mit anderen Sportverbänden beim LSB wichtig sind), zu erreichen. Manchmal fehlt nur ein kleines Quäntchen Glück, manchmal aber auch noch ein Stück Entwicklung.
Wir sind zuversichtlich, dass unsere Trainer und Nachwuchsspieler in den kommenden Monaten alles geben werden, um im nächsten Jahr wieder erfolgreicher abzuschneiden. 😊




