Am vergangenen Wochenende war es endlich soweit! Nachdem die diesjährigen Mini-Meisterschaften in Brandenburg beim Landesfinale am 09.05. ihr Ende fanden, ging es für die beiden brandenburgischen Landessieger Mia Voigt (VfB Doberlug-Kirchhain) und Oskar Reidow (TSV 1862 Peitz) vom 12. bis 14. Juni zum Bundesfinale nach Misburg bei Hannover. Nachdem die beiden sich über mehrere Turniere hinweg behauptet und durchgesetzt haben, hatten sie nun die einmalige Gelegenheit, sich mit den besten Nachwuchstalenten Deutschlands zu messen, die dieser Wettbewerb hergab. Insgesamt 36 Mädchen und Jungen im Alter von 8-11 Jahren reisten zu diesem Event, welches als solches bereits ein Highlight für alle war. Bevor es jedoch zum Wettkampf kam, wurde das Wochenende mit dem Kennenlern-Freitag erst einmal eingeläutet. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung der Verantwortlichen hatten die Kinder die Möglichkeit, eine Trainingseinheit unter der Leitung des U15-Bundestrainers Frank Schönemeier zu absolvieren. Hierbei wurden die Kinder erstmals einander vertraut gemacht, während sie sich gegenseitig den Ball zu spielten oder sich im Mixed-Doppel gegenüber standen. Nachdem der Abend mit dem beliebten Rundlauf langsam ausklang, ging es bereits am Samstagmorgen in die Nebenhalle zu einer Handball-Einheit mit Handballerinnen der SG Misburg. Hier konnten die Kinder so richtig warmlaufen für das, was am Nachmittag wartete. Denn hier ging es nun endlich wieder an die Platte. Um 14 Uhr ertönte die Einlaufmusik, zu der die Kinder, gewappnet mit ihren Verbandsschildern, in der Halle eintrafen. Ein besonderer Moment für die Kinder, welche spätestens jetzt realisierten, wofür sie sich eigentlich als Repräsentanten ihres Verbandes qualifiziert haben. Nun hieß es, sich zu sammeln und den vollen Fokus auf die Spiele zu richten, schließlich waren sie komplett ohne Coaching und Betreuung während der Matches auf sich allein gestellt. Die 18 Mädchen und 18 Jungen wurden jeweils in zwei 9er-Gruppen eingeteilt, wovon die jeweils ersten beiden weiterkamen. So starteten die Kids ins erste von insgesamt acht Gruppenspielen. Oskar war direkt zu Beginn anzumerken, dass er noch sehr angespannt ist und startete etwas holprig ins Turnier, kam aber von Spiel zu Spiel immer besser rein. Nachdem er das erste Spiel leider knapp mit 2:3 gegen Schleswig-Holstein verlor, konnte er in den folgenden fünf Spielen drei Siege einfahren und beendete somit den ersten Wettkampftag mit einer starken 3:3-Bilanz nach sechs Spielen. Mia hingegen fand deutlich besser ins Turnier hinein, fuhr direkt zu Beginn drei souveräne Siege ein und lag auch im vierten Spiel mit 2:0 in Führung. Leider kam ihre Gegnerin vom WTTV jedoch immer besser ins Spiel und konnte die Partie noch mit 3:2 zu ihrem Gunsten drehen. Doch Mia ließ sich dadurch nicht zurückwerfen, gewann auch die letzten beiden Spiele des Tages und hatte mit einer überragenden 5:1-Bilanz nach Tag 1 noch alle Chancen das Halbfinale zu erreichen. So hieß es nun am Abend früh schlafen zu gehen und gut regeneriert in den zweiten Wettkampftag zu starten, wo die letzten beiden Gruppenspiele anstanden. Oskar musste leider im ersten Spiel eine ernüchternde 0:3-Niederlage gegen Berlin hinnehmen. Doch im letzten Spiel der Vorrunde zeigte er plötzlich seine bis dato beste Turnierleistung. Jegliche Anspannung schien weg zu sein und so beendete er die Gruppenphase mit einem 3:0-Sieg und einer 4:4-Bilanz, welche ihm den 5. Platz in der Gruppe bescherte. Mia gewann ohne größere Probleme ihr Auftaktspiel an diesem Tag und stand nun im letzten Gruppenspiel der bisher ungeschlagenen Tabellenführerin aus Niedersachsen gegenüber. Mit einem Sieg wäre das Halbfinale noch greifbar gewesen und es sah lange sehr gut aus. Sie führte mit 2:0, doch auch in diesem Spiel gab sie diese Führung leider noch aus der Hand, wodurch sie mit einer sehr starken 6:2-Bilanz leider auf den undankbaren dritten Tabellenplatz fiel. Somit verpasste sie leider hauchzart das Halbfinale. Für Oskar und Mia ging es nun also jeweils noch einmal an den Tisch zu ihrem letzten Platzierungsspiel. Im Spiel um Platz 9 traf Oskar auf den Vertreter unserer Nachbarn aus Sachsen und er konnte hier an seine starke Leistung vom letzten Spiel anknüpfen und auch dieses Spiel mit 3:0 gewinnen. Mia blieb leider ein wenig von der Fünf-Satz-Dramatik verfolgt und unterlag ihrer Gegnerin aus Bayern im Spiel um Platz 5 leider ebenfalls mit 2:3. Somit steht Brandenburg am Ende mit zwei sehr sehr starken Top 10-Platzierung da, wo mit etwas Glück bei beiden vielleicht noch etwas mehr drin gewesen wäre. Dennoch sind Platz 9 für Oskar und Platz 6 für Mia grandiose Erfolge im deutschlandweiten Vergleich, die die starken Leistungen vom letzten Jahr bestätigen und zeigen, dass mit uns Brandenburgern zu rechnen ist. Im Anschluss kam es nach den Finals noch zu einem Showmatch zwischen dem belgischen Olympioniken Martin Allegro und der mehrfachen deutschen Meisterin und Para-Athletin Marlene Reeg. Die Minis wurden hier im späteren Verlauf noch mit integriert und konnten ihr Können gegen die beiden Profis im Rundlauf beweisen. Ein gelungener Abschluss für ein tolles und denkwürdiges Turnier! Vielen Dank an Mia und Oskar für eure starken Leistungen, mit denen ihr unser Bundesland hervorragend vertreten habt. Es war für alle Beteiligten, sowohl für die Kinder, als auch für die mitgereisten Eltern und Trainer aus Brandenburg ein sehr nervenaufreibendes Turnier, welches aber mit Sicherheit in guter Erinnerung bleibt.
Michael Gohlke





